18.Spieltag am 9.März 2011
FC Halle-Neustadt II - Turbine Halle III  7:1 (5:0)

von Andrej Stephan
Die Welt des Schmerzes
24 Minuten können eine gefühlte Ewigkeit dauern. Sie können sich aber auch kurzweilig gestalten – das hängt vom Standpunkt ab. Exakt jene Zeitspanne benötigte jedenfalls die zwoote Mannschaft des FC Halle-Neustadt, um Turbines Dritte in alle Bestandteile zu filetieren und mit einem 4:0-Zwischenstand einen Klassenunterschied zu definieren, wie ihn der Autor als Teilnehmer zuletzt bei seinem Debüt im Herrenbereich im Frühjahr 2002 erlebte, als er mit Holleben 0:9 in Bennstedt unterging und auch noch nachts im Traum Karussell fuhr.
Ein ähnliches Resultat schien an einem wunderbaren Samstag auch T3 zu blühen, doch beließen es die Frösche am Ende bei einem unter dem Strich dann etwas zu hoch ausfallenden 7:1 (5:0). Wo kann angesichts solch trister Ergebnisse Analyse ansetzen? Wohl zunächst an jenem Punkt, dass es einfach Konstellationen gibt, in denen die Dritte an ihre Grenzen stößt. In der Vergangenheit gab es das, jedenfalls in der Ägide Büchner, immer seltener, für Ergebnisse wie das vom Samstag muss man tief graben und ein 2:8 gegen Reideburg vor fast zwei Jahren bemühen.
Spielerisch und athletisch war der Gegner damals aber auch nicht so überlegen wie die Frösche nun. Und, kein Zweifel: T3 fehlte ab und an etwas das Glück, ein ziemlich deutlicher Handelfmeter wurde verwehrt, drei Mal trafen Kopfbälle und Schüsse (Brandt, Rufat, Andrej) Pfosten oder Latte, während Neustadt nahezu alles gelang, unter anderem ein kurioses Freistoßtor aus der eigenen Hälfte. Nicht zuletzt hatte die Defensive einschließlich Torwart Alex Lorenz ganz gewiss keinen Glanztag erwischt, sorgten weder Mittelfeld noch Angriff für ausreichend Entlastung und Gegenwehr. Doch selbst bei etwas glücklicherem Verlauf wäre die Partie aus Felsensicht wohl 3:6 geendet, ein Punkt war zu keiner Zeit auch nur entfernt drin, trotz einer deutlichen Leistungssteigerung in Hälfte zwei und etwa drei Minuten Hoffnung, nachdem Tobi eine Rufat-Flanke aus Nahdistanz zum 1:5 eingenickt hatte.
Insgesamt präsentierten sich die Gastgeber nämlich sowohl vertrauter mit dem Geläuf (Kunstrasen), kombinierten – verstärkt u.a. mit Ron Völkel, der am Sonntag drei Mal für Neustadts Erste treffen sollte – eindrucksvoll und verschoben beim eigenen Angriff selbst die Manndecker in Richtung Turbinegehäuse. Und deshalb fielen die Tore zunächst auch folgerichtig wie reife Früchte, bevor T3 sich einigermaßen fing und dem Druck der Frösche etwas Paroli bieten konnte.
Wirklich besser wurde es aber auch dann nicht, so dass kaum mehr als die schlichte Erkenntnis bleibt: In dieser Form sind wir selbst Mittelmaß, während Neustadts Zweite sich um den Wiederaufsteig eigentlich keine Sorgen machen muss. Der Widerpart vom Samstag war der stärkste Gegner der letzten Jahre. Und so war es am Ende auch bezeichnend, dass Sven Ziegler beim Umziehen zwei rechte Schuhe aus der Sporttasche gezogen hatte – ein Unglück kommt eben selten allein.

Aufstellung: Lorenz – Ziegler, Waack, Schaffer (ab 35. Hilse), Leopold – Stephan (MK), Brandt, Sieradzki (ab 45. Zahn) – Schöbel (ab 75. C. Müller), Sultanaliev – Stricker
Ehrentor zum 5:1: Tobi Schöbel
 

(Spielbericht von Turbine Halle unter http://www.turbinehalle.de/Saison/Saison3/Saison3_Spielber/saison3_spielber.html)